Grab, Urne & Co.: Alternative Bestattungs- und Beerdigungsmöglichkeiten – ein Überblick

Jedes Leben ist endlich. Das ist ein Faktum. Allerdings eines, das wir gerne ignorieren. Denn der Tod hat in unserer auf Leistung, Fortschritt und Wachstum pochenden Gesellschaft wenig Platz. Die Folge: Mit Vergänglichkeit beschäftigen wir uns nur dann, wenn es wirklich sein muss. Dabei ist Vergänglichkeit ein wichtiger Aspekt des Lebens – ja mehr noch: Ohne Vergänglichkeit würden wir den Augenblick, das Flüchtige, aber auch das zumindest mittelfristig Bleibende gar nicht schätzen. Daher ist auch der Tod letztendlich eng mit dem Leben verbunden und es macht Sinn, sich schon zu Lebzeiten mit Themen wie Beerdigung, Begräbnis oder Trauerfeier zu beschäftigen. Und hierbei ist mittlerweile vieles möglich – die Palette an traditionellen und alternativen Bestattungsformen wurde in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich erweitert. Wir schaffen einen Überblick:

Von traditionellen Bestattungen bis hin zu alternativen Beerdigungen

Wer sich mit traditionellen oder alternativen Bestattungsformen auseinandersetzt, sollte sich zunächst die Frage stellen, ob es eine Erd- oder Feuerbestattung werden soll:

 

  • Erdbestattung: In Österreich, Deutschland und der Schweiz sowie generell in westlichen Ländern ist die Erd- bzw. Grabbestattung am weitesten verbreitet. Dabei wird der Verstorbene von einem Bestattungsunternehmen abgeholt, angekleidet und in einen Sarg gelegt. Sie müssen eine Trauerfeier und Beisetzungszeremonie vorbereiten und gestalten, wobei die Feier meist mit der Aufbahrung des Sarges in einer Kapelle oder Aufbahrungshalle beginnt. Später zieht der Trauerzug in die Kirche ein, wo für den Verstorbenen gebetet wird und es Texte oder Musikstücke zu hören gibt. Schließlich wird dieser zum Friedhof begleitet. Die meisten Menschen entscheiden sich für ein Erdgrab mit einem Grabstein, Sie können aber auch eine Gruft bzw. ein Mausoleum wählen. Schließlich haben Sie noch die Möglichkeit eines anonymen Grabes – ohne Grabstein und in der Regel auch ohne Trauerfeier, was diese Variante unpersönlicher, aber auch kostengünstiger macht. Ein Vorteil dieser klassischen Bestattungsvariante ist, dass die Trauernden einen konkreten Ort der Erinnerung haben, den sie immer wieder aufsuchen können, um dem Verstorbenen nahe zu sein. Ebenso lässt sich das Grab individuell mit Pflanzen, Kerzen oder Dekomaterialien gestalten. Die Kehrseite der Medaille: Sie müssen mit hohen Begräbniskosten und Friedhofsgebühren rechnen und viele Entscheidungen innerhalb kurzer Zeit treffen. Das kann zu Überforderung führen.
  • Feuerbestattung: Eine alternative Beerdigung, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut, ist jene der Feuerbestattung. Hierbei wird der Verstorbene ebenso abgeholt, angekleidet, in einen Sarg gelegt, allerdings dann für die Kremation vorbereitet. In Österreich gibt es 17 Krematorien, die eine Einäscherung anbieten. Anschließend kommt die Asche in eine Urne. Sie können hierbei ebenso eine Trauerfeier am jeweiligen Beisetzungsort gestalten. Und auch eine Sargverabschiedung unmittelbar vor der Kremation ist möglich. Der Nachteil: Hierbei fehlt in vielen Fällen ein frei zugänglicher Ort der Trauer, der jederzeit aufgesucht werden kann. Manche Menschen tun sich außerdem schwer, zu Asche eine ähnliche emotionale Nähe aufzubauen, wie zu einem Sarg. Der Vorteil: Feuerbestattungen sind meist mit weniger Kosten verbunden als Erdbestattungen, warum diese alternative Beerdigungsform immer häufiger stattfindet. Darüber hinaus ergeben sich bei dieser Art vielfältige Beisetzungsmöglichkeiten. Diese wollen wir uns im Folgenden noch etwas genauer ansehen.

Asche zu Asche: Beisetzungsmöglichkeiten nach der Feuerbestattung

Im Wald, am Berg, im Fluss oder gar als funkelnder Edelstein – die Asche verstorbener Herzensmenschen kann verschiedene letzte Ruhestätten oder neue Wirkungsbereiche finden. Ein paar Möglichkeiten:

 

  • Urne am Friedhof: Eine Urne können Sie auf einem Friedhof in einem Erdgrab beisetzen lassen. Manche Friedhöfe verfügen darüber hinaus über eigene Urnengärten oder -bereiche.
  • Urne zu Hause: Wer möchte, kann die Urne auch mit nach Hause nehmen und dem Verstorbenen zum Beispiel im eigenen Garten die letzte Ehre erweisen. Der Nachteil: Anderen Menschen bleibt dieser individuelle Trauerort mitunter verwehrt.
  • Naturbestattung: Insbesondere Naturbestattungen werden immer beliebter, vor allem dann, wenn der Verstorbene besonders naturverbunden war oder ein schöner Ort der Erinnerung abseits des Friedhofs gewünscht wird. Auch das Pflegen eines Grabes fällt damit weg, was gerade in Zeiten zunehmender Mobilität eine Hürde und Herausforderung sein kann. Hierbei stehen Ihnen folgende Varianten offen:
    • Baumbestattung: Dabei wird die Urne im Wurzelwerk eines Baumes beigesetzt. Es gibt Einzel- oder Partnerbäume, sowie Familien- und Gemeinschaftsbäume. In Oberösterreich ist dies derzeit an folgenden vier Standorten möglich: Friedwald Clam, Waldfrieden Steyrling, Ruhewald Luftenberg, Thanruh Urnenforst.
    • Seebestattung bzw. Donaubestattung: Bei dieser alternativen Bestattungsform wird die Asche auf einem Fluss, im Meer oder im See beigesetzt. In Österreich ist dies derzeit nur an einigen wenigen Abschnitten der Donau möglich – etwa in Hainburg oder Krems.
    • (Alm)Wiesen- und Bergbestattung: Bestimmte Wiesen können für eine Wiesenbestattung herangezogen werden. Dabei wird die Asche in eine zuvor geöffnete Grasnarbe gegeben, die danach wieder verschlossen wird. Das ist mitunter auch im Gebirge möglich.
    • Weinstockbestattung: Eine Urne an einem Weinstock beizusetzen – das ist eine noch speziellere Form der Bestattung. In Österreich bietet bislang nur der Pfarrfriedhof in Nussdorf diese alternative Beerdigung an. Der Weinstock hat im Christen- und im Judentum übrigens eine symbolische Bedeutung: Er gilt als Baum des Lebens.
    • Weltraumbestattung: Die Asche des Verstorbenen kann auch mit einer Rakete ins Weltall befördert werden und so später im Weltraum schweben – Endlichkeit und Unendlichkeit verschmelzen hierbei.
    • Diamantbestattung: Unter einer Diamant- oder Edelsteinbestattung versteht man das Veredeln eines Teils der Asche (oder des Haars) des Verstorbenen zu einem Edelstein. Wir von Mevisto haben uns ganz dieser emotionalen und einzigartigen Bestattungsform verschrieben. Der Vorteil: Eine physische Gedenkstätte entfällt und muss weder aufgesucht noch gepflegt werden – dafür tragen Sie Ihren geliebten Menschen immer bei sich. Wir benötigen dafür nur einen kleinen Teil der Asche bzw. wenige Haare und fertigen daraus in einem weltweit einzigartigen Verfahren personalisierte Rubine und Saphire. Das heißt auch: Zusätzlich dazu können Sie noch jede andere Beerdigungsform, die im Zusammenhang mit einer Feuerbestattung steht, organisieren, wie etwa eine Urne am Friedhof. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich selbst auf einen Edelstein versichern zu lassen. 

Beerdigungsformen – die Kultur entscheidet

Die Bestattungskultur ist im Wandel. Trotzdem sind Beerdigungen auch immer noch stark mit der jeweiligen Kultur verbunden. In anderen Ländern sind daher mitunter noch weitere alternative Bestattungsformen möglich. So ist es in der Schweiz zum Beispiel erlaubt, die Asche eines Verstorbenen auf einem Gletscher unter die oberste Firndecke zu legen. Auch die Luftbestattung – auch Flugbestattung genannt – ist in diesem Nachbarland möglich. Dabei wird die Asche aus einem Flugzeug, Helikopter oder Heißluftballon in der Luft verstreut. Schließlich können sich Menschen darüber hinaus für eine Körperspende entscheiden. Das heißt: Sie spenden ihren Leichnam einem anatomischen Institut für Ausbildungs- und Forschungszwecke. Dies muss jedoch zu Lebzeiten vom Verstorbenen selbst festgelegt werden.